Interview mit einer Hochbegabten- überarbeitet

28 Feb

Einige von euch hatten ja kommentiert, dass wir das Interview mit Maria José aufnehmen sollten, ich habe es nochmal auf Vertipper und ähnliches überprüft und sie hat mir erlaubt ein Foto von ihr einzufügen. Hier ist die überarbeitete Version

interview-maria-jose-neu

Ergebnisse der Fragebögen

26 Feb

Liebe Leute, ich habe mittlerweile so viel Material zusammen, durch Auswertung der Fragebögen, Interviews und sonstigen Informationen zu der Schule im allgemeinen, dass ich jetzt schon weiß, dass ich nur kleine Ausschnitte aus diesen Bereichen in den Beitrag werde einbauen können. Damit sich der ganze Aufwand dennoch gelohnt hat und mal lesen kann, was alles Interessantes so herauskam, fasse ich mal alles hier für euch zusammen. Der Beitrag wird dann aber wesentlich reduzierter und kürzer werden. Für den Beitrag hier habe ich die Fragebögen für Siebtklässler und Elftklässler getrennt voneinander ausgewertet, weil mir aufgefallen ist, dass die Antworten der beiden Gruppen doch recht unterschiedlich ausfallen. Ich vermute mal, dass es daran liegt, dass die Elftklässler im Vergleich zu den Siebtklässlern (die gerade erst aus der Orientierungsstufe kommen) schon mehr Erfahrung mit der bilingualen Schule und der Hochbegabtenförderung an sich haben und die Fragen so ganz anders beantworten. Für den Beitrag den wir abgeben werden, werde ich der Einfachheit für die Leser halber denke ich, beide Gruppen zusammenfassen und darstellen. Was meinst dazu, Tanja?

So, los geht’s:

Die Fragebögen haben 7 Kinder der elften Jahrgansstufe und ihre Eltern ausgefüllt (4 Mädchen und 3 Jungen zwischen vierzehn und sechzehn Jahren) sowie 9 Kinder der siebten Jahrgangsstufe (5 Mädchen und 4 Jungen zwischen elf und dreizehn Jahren).

Die Diagnose der Hochbegabung erfolgte bei den Elftklässlern im Schnitt mit etwas über zehn Lebensjahren, der Wechsel auf eine Hochbegabtenschule (HBS) ein bis drei Jahre später (genau nach 2,1 Jahren).

Bei den Siebtklässlern wurde Hochbegabung im Schnitt mit acht Jahren diagnostiziert, der Wechsel auf die HBS erfolgte nach etwas mehr als einem Jahr.

Von den Elftklässlern berichten 4 Eltern von Hochbegabung im Kernfamilienkreis, bei den Siebtklässlern sind es 5 Berichte. Bei der Frage um wen es sich dabei handle wurde in einem Fall Vater, Mutter und Schwester genannt. Jedoch besucht kein Geschwisterkind, was als hochbegabt angegeben wurde, eine HBS.

In den meisten Fällen hatten die Eltern bereits den Verdacht auf Hochbegabung. Dieser äußerte sich am Häufigsten durch sehr frühes Lesen und Rechnen, eine ungewöhnlich frühe und große Selbstständigkeit, eine schnelle Auffassungsgabe sowie (ja, das wurde sehr häufig genannt) ein reifes und früh sehr gut entwickeltes Sozialverhalten. Außerdem wurden bei allen Kindern Interessensbereiche oder Fächer genannt, für das das Kind eine besondere Begabung und gesteigertes Interesse habe. Was nicht überrascht ist, dass sehr häufig eine Begabung für Sprache genannt wurde.

Wir haben die Frage (nach einer bestimmten Begabung oder einem sehr großen Interesse) auch den Kindern gestellt. Interessanterweise decken sich die Antworten der Siebtklässler mit denen der Eltern (es haben ausschließlich Mütter ausgefüllt) mehr als die der Elftklässler und ihren Eltern. Es wäre möglich, dass der Kontakt bei jüngeren Kindern zu den Eltern noch etwas enger ist und so das Kind auch über Interessen offener spricht.

Wir haben auch gefragt, ob die Interessensbereiche durch die alte und neue Schule abgedeckt werden kann bzw. wurden. Die Antworten waren durchmischt, aber die Tendenz zeigte doch deutlich, dass die neue, also die Hochbegabtenschule die Interessen besser abdecken kann als die vorherige Schule. Wie diese Angebote aussehen können, kommt später. Die Eltern beider Gruppen sind sehr zufrieden mit dem Angebot der Schule. Ich habe die Antworten codiert (1= sehr zu zufrieden bis 4= gar nicht zufrieden). Der Wert liegt bei beiden Gruppen bei ca. 1,6 und ist somit zwischen sehr zufrieden und zufrieden.

Die am häufigsten genannten Punkte mit denen die Eltern zufrieden sind lauten:

Abwechslungsreiche sowie zahlreiche Projekte und AGs, Enrichment, engagierte Lehrer die auch psychologische Betreuung übernehmen können, Differenzierungsunterricht, kleine Klassengrößen und das bilinguale Angebot.

Die Kinder nannten gehäuft die Ausstattung (vor allem technisch) der Schule, die Atmosphäre, das Angebot (AGs, Projekte, Zusammenarbeit mit Unis, Intensivkurssystem, bilinguale Fächer), die Kursgröße, und die Lehrer.

Die Eltern nannten zu der Frage, was verbesserungsbedürftig sei, am häufigsten: keine Toleranz für das Nichtverstehen eines Kindes, die große Altersspanne in Kursen, zu viele Neuerrungen sowie fehlende Einführung in diese, zu viel Unterrichtsstoff in zu kurzer Zeit und zu wenig Pausen.

Hier sehen die Antworten der Schüler genauso aus. Zusätzlich steht auf fast jedem Fragebogen das Mensaessen in der Kritik. ;-)

In beiden Gruppen gab die Hälfte der Ausfüllenden an, dass der Wechsel auf eine bilinguale Hochbegabtenschule vor allem vom Kind ausging. Ansonsten wurden Lehrer, Pädagogen, Psychologen, Eltern und Großeltern (auch in Kombinationen) genannt.

Wir fragten auch nach den Gründen für die Wahle genau dieser Schule. Die häufigsten Gründe waren, dass es keine andere in unmittelbarer Nähe gab. Nur zweimal (nur von Siebtklässlern) wurde der Wunsch nach Sprachenförderung als Grund genannt.

Die Frage, ob sich das Sozialverhalten des Kindes in irgendeiner Weise nach dem Schulwechsel verändert habe, haben tatsächlich die meisten Eltern nicht beantwortet. Die Antworten die gegeben wurden, deuten aber auf keine Veränderung hin.

Auch die Antworten der Kinder unterstützen diesen Eindruck. In beiden Gruppen wurden nur jeweils einmal von Problemen vorher berichtet. Ein Kind schreibt, es hätte vorher keine, jedoch jetzt Probleme mit dem sozialen Umfeld. Als Begründung schrieb es: „Ticke schnell aus, und Grüße übergeh ich.“ Ansonsten Berichteten die Kinder, dass es zwar vorher keine Probleme auf der Schule gegeben hätte, sie sich aber auf der HBS wohler, weniger „exotisch“ und verstandener fühlen. Außerdem sei „der Druck sich anzupassen unter Gleichgesinnten nicht mehr da“.

Die Noten haben sich laut der Eltern im Schnitt bei den Elftklässlern nicht verändert (1 Angabe für Verbesserung, 1 für Verschlechterung). Bei den Siebtklässlern berichteten 3 Kinder von einer leichten Verschlechterung der Noten (1 Angabe für Verbesserung, ansonsten sind alle Noten gleich geblieben). Bei den Angaben der Kinder sieht es bei den Siebtklässlern jedoch anders aus. Hier berichten 7 Kinder, die Noten hätten sich verschlechtert.

Alle Eltern und Kinder gaben gleichermaßen an, dass der Besuch einer bilingualen Hochbegabtenschule sowohl jetzt, als auch im späteren Leben einen Vorteil bringt.

Bei der Frage zur allgemeinen Zufriedenheit vor und nach dem Schulwechsel fällt auf, dass die Kinder der elften Klasse häufiger als die (dazugehörigen) Eltern von einer Verbesserung berichten. In einem Fall beschreibt die Mutter eine Verbesserung, das Kind sogar eine Verschlechterung der allgemeinen Zufriedenheit.

Bei den Siebtklässlern ist diese Tendenz der konträren Antworten noch deutlicher: hier stimmen so gut wie keine Angaben von Eltern und Kindern überein. Eine Tendenz ist hier nicht zu erkennen, da von Verbesserungen wie Verschlechterungen gleichermaßen die Rede ist.

Zu der Frage, ob die Kinder die Erfahrung gemacht haben, in der Fremdsprache Dinge anders wahrzunehmen oder anders zu denken (gemeint war hier, eventuell Belege für die Sapir-Whorf-Hypothese zu finden) sind die Antworten leider rar. Die meisten Kinder verneinen die Frage. Die Antworten die ich bekommen habe sind aber sehr interessant: von unstrukturiertem Denken in der Fremdsprache über eine eher oberflächliche Betrachtung von Dingen in Französisch, bis hin zu der Angabe, „schwer auszudrückende Dinge wie im Gefühlsbereich besser wahrnehmen zu können“, habe ich sonst mehrmals die Angabe gelesen, es falle nicht auf, in welcher Sprache gedacht wird. Die meisten Antworten bekam ich hierzu auch von Elftklässlern, die ja schon einige Jahre Französischen Unterricht genießen.

6 Elftklässler und 7 Siebtklässler können sich vorstellen, einmal ins Ausland zu gehen. Von den Elftklässlern konnten 2 Schüler sich dies vor dem Besuch einer bilingualen HBS noch nicht vorstellen. Pläne in diese Richtung haben bereits 3 Siebtklässler und 4 Elftklässler.

Ich denke, das reicht erst mal zum Lesen. Demnächst schreibe ich noch etwas zum Interview und dem Angebot der Schule insgesamt.

Liebe Grüße, Alissa

Begys-Artikel

23 Feb

Hallo zusammen,

 

mein Artikel steht soweit. Ich habe versucht, Fakten mit gewonnenen Erfahrungsinfos und Interviewausschnitten zu integrieren. Die einzelnen „Unterkapitel“ habe ich jeweils mit einem Zitat eingeleitet, das das folgende Thema gut auf den Punkt bringt und besonders „catchy“ sein sollte ;) Hier ein Auszug aus dem Artikel:

 

… „Wir haben eine Liste mit Kriterien, die wir dann betrachten: […] Teambereitschaft, Leistungsfähigkeit, Leistungswille, inwiefern ist da überhaupt jemand in der Lage, mit einem bestimmten Abstraktionsvermögen in die Sache reinzugehen?“, erklärt Frau Kaczmarek. Die abschließende Entscheidung liegt dann alleine bei den Eltern. Die Lehrer sprechen lediglich Empfehlungen aus. Sie raten auch zu Gesprächen zwischen dem Schüler und seinen Eltern. Meist können die Schüler ihre eigene Leistungsfähigkeit dabei sehr gut beurteilen. Aber eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie.

„Wir messen hier nicht Intelligenz, sondern die Leistung. Leistung kann auf unterschiedliche Art und Weise zustande kommen. Je höher aber die Ansprüche pro Klassenstufe werden, desto mehr sind ja auch andere Kompetenzen gefragt, die sich vielleicht nicht einfach so erlernen lassen.“ Trotz dieser Ungewissheit, sind Fehleinschätzungen die absolute Ausnahme. Man kann sagen, dass pro Jahr ein Schüler wieder in die Regelklasse zurückkehrt.

 

„Dieses ‚zum achten Mal hören‘ und der neben mir hat es immer noch nicht verstanden.“

 

Die Vorteile für die verkürzte Schulzeit im Allgemeinen gehören zu den am besten erforschten Fragestellungen. Auch im direkten Bezug zu Begys gibt es überzeugende Evidenz aus der Forschung. Ihre letzte Begys-Klasse beschreibt Frau Kaczmarek als „eine Klasse, die eine enorme Stärke hatte, dadurch dass viele Begabungen in ganz unterschiedlichen Bereichen waren und sie als Klasse mit diesen unterschiedlichen Beiträgen immer zu sehr guten Ergebnissen kamen. Vielleicht nicht als Einzelperson, aber im Gesamtergebnis.“ Und genau darauf habe sie auch ihren Unterricht eingestellt.

Begys-Klassen leben von der Kooperation und der Unterstützung der Schüler untereinander. Die Leistung der anderen spornt die Mitschüler zusätzlich an. Eine „positive Konkurrenzsituation“ nennen die Schüler dieses Phänomen. Motivation und Leistungsfähigkeit werden dadurch erreicht, dass Einzelergebnisse integriert werden. Gemeinsam arbeiten die Schüler also an einem neuen, noch höheren Ergebnis. „Einen guten gymnasialen Schüler kriegt man sehr weit, wenn er sich darauf einlässt und wenn die Klassenstruktur so ist, dass sie mitmachen.“, fasst Frau Kaczmarek einen der Vorteile des Begys-Systems zusammen. „Ich habe hier wirklich eine Klasse, in der die meisten (es geht gegen 100%) gewillt sind, Leistung zu erbringen, und Freude an der eigenen Leistungsfähigkeit und den eigenen geleisteten Ergebnissen haben.“ …

 

Unser Tag an der (französisch) bilingualen Hochbegabtenschule in Mainz-Gonsenheim

21 Feb

Mein Wecker reißt mich aus dem Tiefschlaf. Ich schaue erst gar nicht auf die Uhr. Es ist viertel vor fünf, ich weiß es, weil unser Zug nach Mainz-Gonsenheim um 6:13 fahren wird. Ich erinnere mich nicht mehr genau, wie ich zum Bahnhof gekommen bin, aber ich weiß noch, dass ich mich gewundert habe, dass doch schon einige Läden geöffnet hatten. Im Zug sitzend sehen wir, wie es langsam hell wird, aber es bleibt ähnlich kalt wie Stunden zuvor um kurz vor sechs Uhr in der Früh.

Pünktlich um halb zehn und somit zur ersten großen Pause stehen wir vor dem Büro von Frau Beck, die nach langem Bitten bei diversen stellvertretenden Stufenleitern und der Schulleitung, sich unser angenommen hat. In der Tasche haben wir eine kleine Bestechung in Form von Merci Schokolade, sind also bestens ausgerüstet. Die Schule macht einen sehr modernen und, ja, coolen Eindruck. Wir beobachten mehrere Szenen zwischen vorlauten, kecken und dennoch höflichen Schülern und lockeren, gut gelaunten Lehrern. Nach einer kurzen Begrüßung sind wir auch schon mit Frau Beck und einige Schülern auf dem Weg zum Klassenzimmer, wo wir bei einer Mathe-Doppelstunde hospitieren dürfen. Es handelt sich hier um einen sogenannten Intensiv-Mathekurs. Für hochbegabte Kinder am Otto-Schott-Gymnasium (zu dem ein Großteil Regelschüler ohne Hochbegabung aber mit der Option des bilingualen Unterrichts gehen) besteht ein Intensiv-Kurssystem. Jeder Schüler des hochbegabten Zweiges wählt mindestens einen Intensiv-Grund- und LK-ähnlichen Kurs. Aufgrund dieses Systems ist der Kurs entspannend klein. Er besteht aus zehn Schülern, wobei an dem Tag unserer Hospitation tatsächlich zwei Schüler, die nebenbei ein Frühstudium machen, nicht in der Schule sondern an der Uni waren. Auch nach einer so intensiven Beschäftigung mit den Themen des Seminars bin ich immer noch beeindruckt und ehrfürchtig, wenn ich von diesen Schülern höre oder sie „live“ erlebe und kennenlerne. Neben den wenige Schülern sitzen in der Klasse tatsächlich schon fünf weitere Hospitanten: drei Mittelstüflerinnen, die in den Mathe-Intensivkurs reinschnuppern wollen, bevor sie sich im kommenden Jahr entscheiden müssen. Außerdem sitzen dort Praktikanten. Man merkt allein daran, dass das Interesse an dieser Schule sehr groß ist und von allen Seiten immer wieder Interessierte auf diese Schule zukommen. Auch die Reaktion der Schüler zeigt uns, dass dies für sie kein besonderer Tag und unsere Anwesenheit keine Besonderheit an sich ist. Wir werden eigentlich nicht beachtet (was ja auch von uns so gewünscht ist um einen möglichst natürlichen Eindruck zu bekommen) und haben auch nicht das Gefühl, dass die Kinder durch die Anwesenheit der vielen Fremden schüchterner, höflicher oder angespannt sind. Die Art des Unterrichts unterscheidet sich deutlich von der eines Matheunterrichts, wie zumindest ich ihn erlebt hatte und wie, denke ich, der Unterricht in den Regelschulen generell aufgebaut ist. Es werden größtenteils im ganzen Kurs Lösungswege für Aufgaben diskutiert und von einem Schüler parallel dazu an der Tafel festgehalten. Die Lehrerin hat keine leitende sondern eine eher anleitende Funktion im Hintergrund. Es ist auch gar nicht nötig, dass die Schüler von ihr als Lehrperson motiviert werden müssen, denn die Kinder gehen regelrecht in den Aufgaben und angeregten Diskussionen über den besten Lösungsweg auf. Auch wenn es ein Oberstufenkurs ist, in dem wir hospitierten, sind einige Kinder jünger. Ein Junge ist erst vierzehn Jahre alt! Die Geschlechterverteilung ist nahezu gleich, und sowohl Mädchen als auch Jungen sind, unsere Meinung nach, gleich motiviert einen Beitrag zur gemeinsamen Lösung der Aufgabe zu finden und auch gleich talentiert dazu. Der Umgang unter ihnen ist loyal und bestärkend. Hier und da scheint sich ein Kind auch in einer richtigen Antwort, die es als einziger im Kurs gefunden hat, zu sonnen. Als es zu einer Zweiergruppenarbeit kommt, arbeiten die Schüler leise, konzentriert und zielgerichtet. Der Umgangston ist freundschaftlich und die Schüler helfen sich gegenseitig. Man bekommt nicht den Eindruck, dass es ihnen um Schnelligkeit geht oder dass sie sich miteinander messen wollen. Am Ende der Stunde bin ich einfach nur baff, wie schnell und präzise die Kinder kausal schießen konnten, wie durchgehend motiviert sie waren und wie locker und auch witzig die Unterrichtsatmosphäre war.

Nach der Doppelstunde hatten wir noch die Möglichkeit sowohl Frau Beck, als auch einer Lehrerin, Frau Klapper, der zweiten Klasse (der 7e), der wir die Fragebögen haben zukommen lassen und die bilingual unterrichtet, Fragen zu stellen. All dies sowie Details der Schule und der Konzepte werde ich in einem neuen Beitrag demnächst für euch zusammenfassen. Wir haben erfahren, dass an der Schule nur Geschichte und Erdkunde auf Französisch unterrichtet wird. Darum wurde auch der Matheunterricht in dem wir hospitiert haben auf Deutsch gehalten. Wir sind trotzdem froh, dass dies überhaupt möglich war und die Eindrücke die wir so bekommen hatten waren hilfreich für die richtige „Einfärbung“ unseres Beitrags und für ein besseres Verständnis für die Thematik Hochbegabung. Seit etwas über einer Stunde bin ich nun wieder in Trier, und ich denke, ihr könnt euch alle denke, dass ich heute gaaaanz früh schlafen gehe ;-)

Bis bald, Alissa

Video-Rettungsversuch

6 Feb

Kleines Update zu den Modellierungswochen:
Ich habe mir mittlerweile ein Video ausgesucht, welches für die Modellierungswochen herhalten soll. Allerdings haben alle diese Videos ein Problem: Sie wurden mit einem Mic am Gerät aufgenommen, sprich Stimmen im Hintergrund sind zu laut und da das Mic zu weit weg stand hat es die Empfindlichkeit autmoatisch bis zum Brummen angehoben… :/

Ich war also mal in der Videoabteilung der Uni. Die waren dort bei der UVA sehr lieb und schauen mal was sie noch erreichen können. Ich bin gespannt. :)

Entdeckertagsbesuch 2

5 Feb

Hallo ihr Lieben.

Wie Karina ja schon geschrieben hat, waren wir einen Tag beim Entdeckertag live dabei ;-).

Wir haben wirklich super viele Fotos, Interviews, Eindrücke und Erfahrungen gemacht. Von mir jetzt noch der Tagesablauf zusammen mit unseren Eindrücken, der jetzt nach dem Schreibworkshop noch in einen spannenden Bericht umgeschrieben werden soll….wenns klappt jedenfalls. :-)

 

Knobel- und Rätselzeit

Im Entdeckertag I dürfen die Kinder in der Freizeit Knobel- und Rätelaufgaben (Logicals) lösen. Nach dieser freien Zeit findet anschließend ein Morgenkreis statt, in dem ein Begrüßungslied gesungen und der Tagesablauf besprochen wird.

Im Entdeckertag II stehen den Kindern Computer mit Lernspielen (Mathe, Deutsch Wissen, Fremdsprachen, Logik) und Morgenaufgaben/Knobelaufgaben zur Verfügung. Im anschließenden Morgenkreis kann jedes Kind berichten was Schönes oder Besonderes in der letzten Woche passiert ist.

Als wir die Klassen ohne Lehrer betreten haben, haben wir sofort gemerkt, dass es wie in jeder anderen Schule zugeht. Die Kinder waren sich lautstark am unterhalten und am lachen und haben sich mit den unterschiedlichen Aufgaben beschäftigt. Manche Kinder haben in Gruppen zusammengesessen, andere alleine an ihren Aufgaben geknobelt. Jeder hatte die Möglichkeit den Morgen nach seinen eigenen Bedürfnissen zu beginnen. Nach anfänglicher Zurückhaltung sind die Kinder offen auf uns zu gegangen und haben uns die Welt des Entdeckertags erklärt.

Forscherzeit 1

Im Entdeckertag I setzten sich die Kinder mit dem Thema Zoo auseinander. Für Informationen stehen Themenkisten aus der Landesbibliothek mit Büchern, Filmen etc. zur Verfügung.

Im Entdeckertag II beschäftigen sich die Kinder mit China. Sie lernen die Kultur, Pflanzen- und Tierwelt und geographische Daten kennen.

 

Den Kindern stehen Arbeitsblätter, Materialen und die Computer bei der Umsetzung ihrer Arbeitsaufträge offen zur Verfügung. Jedes Kind kann nach dem eigenen Tempo und Interessen die Arbeitsblätter auswählen und bearbeiten. Die Kinder waren alle sehr motiviert. Ein großer Teil der Kinder war fleißig dabei ihre Namen in chinesische Zeichen zu übersetzen und diese schreiben zu üben bevor sie diese mit Tinte auf echtes Reispapier schreiben durften. Andere Kinder waren die wichtigsten Fakten über bestimmte Tiere oder Pflanzen am recherchieren und haben Steckbriefe erstellt.

Pause

Forscherzeit 2

Im Entdeckertag I wird zu Beginn der vorherige Block reflektiert und es startet die zweite Forscherzeit. Während diesem Block arbeiten die Kinder an einem selbstgewählten Schwerpunkt. Die Kinder haben den Arbeitsauftrag bekommen, dass der Zoo veraltet ist und sie für ein Tier ein neues Gehege entwerfen sollen. Dazu dürfen sich die Kinder in Zweiergruppen ein Tier aus dem Zoo aussuchen zu dem sie zuerst ein Plakat mit den wichtigsten Informationen zum Tier (Alligator, Anakonda, Panda, Kaiserpinguin, Tiger) erstellen und wenn sie das Tier dann gut kennen für ihr Tier ein neues Gehege entwerfen. In den Zweiergruppen wird angeregt diskutiert wie genau das Gehege aussehen soll und was ihr Tier alles braucht. Am Ende dieses Blocks findet ein Sitzkreis statt, in dem jede Gruppe über ihren Fortschritt berichtet bzw. sein Plakat vorstellt.

Auch im Entdeckertag II dürfen die Kinder an einem selbstgewählten Thema arbeiten (Alpen, Wolken, Vulkane, Flöte, Wikinger, Wale etc.). Die Kinder recherchieren zu ihrem Thema Informationen in Form von Stichpunkten, sollen diese dann ausformulieren und erstellen einen Plakat, welches sie am Ende auch präsentieren. Seinen Fortschritt hält jedes Kind in seinem eigenen Lerntagebuch fest.

 

Block Russisch und Mathe

Nach der großen Pause haben die Kinder des Entdeckertag I Russisch bzw. Mathe. Jedes Kind darf dies je nach Präferenz wählen. Im Russischunterricht, welches von vielen bilingual aufgewachsenen Kindern präferiert wird, lernen die Kinder das Alphabet und bearbeiten Arbeitsblätter zum Erlernen der Buchstaben. Die Lehrerin sitz in einem Tischkreis mit den Kindern, so dass ein reger Austausch möglich ist und die Gruppe zusammen die Sprache erarbeitet. Im parallel stattfindenden Matheunterricht ergänzen und vertiefen die Kinder den im Regelunterricht erlernten Stoff. Sie lernen geometrische Formen kennen und sollen aus ihnen Figuren legen, lösen Knobelaufgaben, Sudokus, Zahlenrätsel und vieles mehr. In der darauf folgenden Stunde haben die jüngeren Kinder Sportunterricht.

Die Kinder des Entdeckertag II beginnen nach der großen Pause mit dem Sportunterricht. Wie im Entdeckertag I haben die Kinder anschließend je nach Präferenz Mathe oder Russisch. Im Matheunterricht beschäftigen sich die Kinder mit Würfelgebäuden, Ferni-Aufgaben, Somawürfeln und vielem mehr.

Sport

Auch im Sportunterricht (der für alle Entdeckertagsschulen verpflichtend ist) geht es viel um Kooperation- und Koordinationsspielen, die die Gruppendynamik stärken. Die Sportlehrerin erzählte uns, dass es schwer für sie ist mit den Kindern die klassischen Sportarten zu machen, da alles auf Grund ihren Alters und ihrer unterschiedlichen Regelschulen andere Voraussetzungen mitbringen. Die Lehrerin räumt klar dem Vorurteil auf, dass Hochbegabte motorisch nicht so fit wären. Der einzige auffallende Unterschied ist, dass die Kinder die Logik der Spiele auffällig schnell nachvollziehen, wenig nachfragen haben und es so schnell zum Spiel kommen kann. Auch wir durften bei einer Sportstunden dabei sein und haben bemerkt, dass die Spiele Denken, Suchen, Bewegung und Kooperation innerhalb der Gruppe miteinander verbinden. Der Sportunterricht fordert von den Entdeckertagskindern Aufmerksamkeit, Motorik und Köpfchen.

Nachmittagsprojekt

Die Nachmittagsprojekte (Mathe/Computer, Technik und Kunst) sind das Highlight für die Kinder. Sie zeigen eine unglaubliche Begeisterung für ihre Projekte. Die kleinen Experten beeindruckten uns mit ihrem Faktenwissen. Die Kinder werden ganzheitlich gefordert: Gruppendynamik durch das Absprechen in Teams, technisches Wissen, Umgang mit Werkzeug, mathematisches Wissen praktisch anwenden, Kreativität etc..

 

Zitate Entdeckertag

4 Feb

Und zuguterletzt noch 3 schöne Zitate von Lehrern (darüber, wie ein Entdeckertagslehrer sein sollte) 

“Den Platz in der Gruppe muss man sich durch Wissen und Begeisterung verdienen – auch als Lehrerin.”

“Man muss damit leben können, dass die Kinder in manchen Bereichen viel fitter sind als man selbst.”

“Man braucht Mut, Zuversicht und Kreativität, da es keine Rahmenpläne, Vorgaben oder Lehrbücher gibt, an denen man sich orientieren kann. Man muss sich alles selbst erarbeiten – das liegt sicher nicht jedem.”

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